FANDOM


Klassen und KastenBearbeiten

Der Kern eines jeden Staatsverbundes oder Völkergemeinschaft ist sicherlich die Gewissheit des gesicherten Daseins jedes einzelnen und das Wohl aller Mitglieder der Gemeinschaft. Aufgrund der oben beschriebenen Ungleichheit ist nicht jeder in einem Staate dazu berufen, zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes im Verbund tätig zu werden. Aufgrund der ungleichen Verhältnisse konnte nicht jeder den gleichen Rang in der Gesellschaft bekleiden. Es war fast zwangsläufig, dass Mitglieder des Verbundes, die über mehr Mittel als andere verfügten, in der Regel auch häufiger die Möglichkeit erhielten, sich zum Wohl der Gemeinschaft verdient zu machen.
Haus Brünninghausen

Haus Brünninghausen, Plettenberg

Aus dieser Unterscheidung ging im Laufe der Zeit eine mehr oder weniger scharfe Einteilung der Mitglieder des Verbundes in unterschiedliche Klassen und Kasten hervor.
Primär kann davon ausgegangen werden, dass anfangs vor allem die physischen Kräfte der Menschen eine zentrale Rolle gespielt haben. Die physischen Kräfte wurden entweder genutzt, um sich vor feindseligen Menschen zur Wehr zu setzen oder möglichen Naturkräften zu trotzen. Die Mitglieder die in bestimmten Situationen den meisten Mut und / oder die größte Kraftanstrengung demonstrierten, genossen in der Regel ein besonderes Ansehen in der Gesellschaft. Auch hatte die Meinung dieser Mitglieder einen anderen Stellenwert als die Argumente vermeintlich zurückhaltender Gesellschaftsmitglieder. Durch die fortschreitende Weiterentwicklung eines Staates gewannen aber auch die geistigen Fähigkeiten der Menschen immer größere Bedeutung.
Das Leben in der Gesellschaft war zunehmend abhängig von Regeln und Anleitungen, die in Form von Gesetzen gut durchdacht und letzten Endes auch durchgesetzt werden mussten, um die Struktur der Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Nachdem die Strukturen der Gesellschaft durch Gesetze und Regeln stabilisiert waren erwachte bei den Mitgliedern der Gesellschaft auch ein gewisses Streben nach ausschließlich persönlichem Eigentum und dieses bekam eine zentrale Bedeutung.

Der erste AdelBearbeiten

Wer also aufgrund seiner körperlichen und geistigen Kräfte aber auch durch Besitz und Vermögen aus der Menge der anderen herausragte, genoss eine besondere Stellung und erlangte ein gewisses Ansehen in der Gesellschaft. Diesen Mitglieder wurden zur besseren Entfaltung ihrer Fähigkeiten im Regelfall auch ein größerer Wirkungskreis eingeräumt. Die hierdurch in der Gesellschaft privilegierten Mitglieder bildeten den ersten ADEL.

Älteste Verfassung der Deutschen -Ursprung der frühen Verhältnisse des deutschen Adels Die meisten Deutschen in der frühen Geschichte waren sesshaft und betrieben Landbau. Daher verwundert es nicht, dass sich ihre erste Verfassung auf den Bodenbesitz bezog. Mehr als 50 Volksstämme bildeten die Deutschen und diese lebten fast ausnahmslos in mehr oder weniger abgeschlossenen Grenzen. Zwecks einer gemeinsamem Verteidigung ihrer Grenzen oder dem Nachkommen gemeinsamer Interessen, schlossen sich immer häufiger mehrere Stämme zusammen und verschmolzen so allmählich zu einem Bund. Das gemeinsame feiern des Gottesdienstes oder andere Aktivitäten festigten im Laufe der Zeit das Zusammengehörigkeitsgefühl, was sich für die Vereinigung unterschiedlicher Volksstämme ebenfalls als vorteilhaft herausstellte. Das fast spurlose Verschwinden einzelner, meist kleiner Volksnamen, und das Erscheinen anderer größerer Völker lässt sich durch die oben beschriebenen Verhältnisse darlegen.

Jede "Völkerschaft" hatte ihre Gebiete (Gaue) fest eingeteilt und die im Regelfall durch naturgegebene Grenzen (Flüsse, Berge, Wälder, Horste, etc.) begrenzt wurden. Jeder Gau war in mehrere Gemeinden oder Marken eingeteilt. Zu den Gemeinden gehörten "freie" Grundbesitzer (Gaugrafen), die beispielsweise das ausschließliche Nutzungsrecht für bestimmte Bodenflächen etc. besaßen. Auf Gauversammlungen (Treffen der freien Grundbesitzer) wurden Grundlagen der Gesetzgebung, richterliche Gewalt, Beschlüsse und das Erwerben von Grundeigentum verhandelt. Die Gaue wiederum wurden in Kreise (Hunderte) eingeteilt und jedem dieser Kreise stand ein so genannter Hundertgraf vor. Die Hundertgrafen waren den Gaugrafen zwar untergeordnet, diese hatten aber noch die "Zehner" unter sich. Während der Zeit des Neu- respektive Vollmondes trafen sich die Gaugenossen mehrmals im Jahr, um ihre Gauversammlungen abzuhalten. Entscheidungen die das Volks als Ganzes betrafen, wurden auf eigenen Volksversammlungen abgemacht. Den Vorsitz hatte ein Graf oder Fürst, der die Anliegen etc. vortrug. Anwesende Geistliche (Priester) hatten beispielsweise die Aufgabe, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Bei den alten Deutschen besaß niemand, außer, die Priester, das Recht, Unfolgsame Teilnehmer körperlich zu strafen. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen, welche in der Regel im Interesse des ganzen Volkes geführt wurden, waren alle freien Grundbesitzer zur Teilnahme an der Volksversammlung verpflichtet. In früher zeit waren den Deutschen Städt oder Dörfer zunächst unbekannt (...vielleicht mit einigen Ausnahmen!?). Jeder Grundbesitzer hatte sich auf seinem Grund niedergelassen, der ihm angemessen und geeignet erschien. Die Besitzungen der einzelnen unterschieden sich teilweise sehr erheblich in der Größe und in ihrem Wert. Grundbesitzer mit kleineren Grundstücken bearbeiteten ihre Flächen selbst während Grundbesitzer größerer Besitzungen sich der Arbeit von Knechten bedienten.

Diese waren meist Kriegsgefangene und somit Leibeigene. Den Grundbesitzer stand das Recht auf Leben und Tod zu, doch wurden wohl die meisten Knechte angemessen behandelt. Knechte, die nicht aus Kriegsgefangenschaft rekrutiert wurden, wurden als "Hintersassen" bezeichnet und erhielten einen eigenen Wohnsitz und Ackerland um ihren Unterhalt zu sichern. Die Hintersassen mussten allerdings bei Rechtstreitigkeiten von ihrem Grundherren vertreten werden. Aus dieser Situation heraus waren die Hintersassen ihrem Grundherren gegenüber zu Achtung und Gehorsam verpflichtet. Aus diesem Verhältnis des Grundherren zu seinen "Leuten" ging vermutlich der erste Unterschied der Stände unter den Deutschen zurück. Dies sind wohl die ersten Spuren, die auf die Entstehung eines deutschen Adels hinweisen.

Jeder frei geborene Grundbesitzer hatte ein bestimmtes Stimmrecht in der Gemeinde und demnach hatten alle freien Grundbesitzer die gleichen Rechte. Die Grundbesitzer wurden allerdings in "Adlige" und "Frielinge" eingeteilt. Als Adlige wurden daher Grundbesitzer bezeichnet, die eine Teil ihres Grund und Bodens den Hintersassen überließen. Diejenigen, die ihr Grundstück allein benutzten wurden als Frielinge bezeichnet. Die Tatsache, dass Adlige und Frielinge gleiche Rechte besaßen führte allerdings dazu, dass aufgrund der größeren Grundstücke adliger Grundbesitzer, diese auch ein größeres Stimmrecht bei den Volksabstimmungen besaßen bzw. zugestanden wurde. So gewann der "Adeling", nicht unbedingt durch anerkanntes Recht, sondern durch Meinung und Gewohnheit ("Gewohnheitsrecht") einen bestimmten Vorzug. Das der Adeling sich mit anderen Adelingen durch Vermählungen und durch Gleichstimmigkeit zusammenhielt, dass er sein Ansehen durch Vermehrung des Grundbesitzes, aber auch durch Verdienste um sein Volk zu vergrößern suchte, liegt auf der Hand. Folgt und traut man den Berichten des "Tacticus", so bestand damals unter den Deutschen bereits ein vollständig ausgebildeter Adelsstand, der seine Besitztümer über den ältesten Sohn vererbte und somit bereits damals die Grundlagen für den "erblichen" Adel bildete.

LiteraturBearbeiten

  • Rauschnick, Geschichte des Deutschen Adels, Dresden 1831

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki