Fandom

Regenten

Adel in Deutschland

317Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Kommentare0 Teilen

Geschichte Bearbeiten

Entstehung Bearbeiten

Die ältesten Nachrichten über einen Adel im Gebiet des heutigen Deutschlands finden sich in der 98 n. Chr. in Rom erschienenen Germania des Tacitus. Er berichtet von Königen (reges), Herzögen (duces, im Sinne von Heerführern), Fürsten (principes) und deren comites. Letztere Bezeichnung wurde ab dem Frühmittelalter für die Grafen benutzt, meint bei Tacitus aber ein adeliges Gefolge. Innerhalb des Gefolges gab es Rangstufen, deren Bezeichnungen Tacitus nicht mitteilt, zumal sie im Belieben des jeweiligen Fürsten standen. Eine besonders vornehme Herkunft sicherte selbst sehr jungen Männern einen hohen Rang innerhalb des Gefolges (cap. 13). Ebenso wurden die Könige der Stämme, bei denen es Könige gab, wegen ihres Adels, die Heerführer aber wegen ihrer Tüchtigkeit gewählt (cap. 7). Dieses System wird, als Tacitus es beschrieb, schon Jahrhunderte alt gewesen sein. Es hat sich bis in das Mittelalter hinein mit seinem Lehnswesen im Prinzip nicht geändert.

Der fränkische Abt Nithard, ein Enkel Karls des Großen, schreibt 842 im IV. Buch, cap. 2 seiner Geschichte, dass die Sachsen in drei Stände geteilt sind, wobei sie den ersten Stand in ihrer Sprache edhilingui nennen, was Nithard mit dem lateinischen nobiles gleichsetzt. Diese Edelinge hatte den Anspruch auf ein dreifaches Wergeld, mussten aber nach den Normen der fränkischen Sieger auch Verstöße mit dreifacher Buße sühnen. 967/68 berichtet der Mönch Widukind von Corvey in seiner Res gestae Saxonicae von der Stammessage der Sachsen. Er berichtet von Heerführern (duces), die jeweils 1000 Mann befehligten, wobei 100 davon als Gefolge und Leibgarde dienten, und Fürsten (principes), die jeweils den drei sächsischen Teilstämmen Westfalen, Engern und Ostfalen vorstanden. Ihr Vorrang beschränkte sich nach Widukinds Angaben im Wesentlichen auf kriegerische Auseinandersetzungen, wobei, wenn der ganze Sachsenstamm sich gegen einen Feind vereinigte, das Kommando angeblich unter ihnen ausgelost wurde. Letzteres erscheint im Hinblick auf die gegenteilige Nachricht bei Tacitus zweifelhaft, könnte aber durch Vorstellungen vom Kriegsheil des mit Hilfe der Götter Ausgelosten bedingt gewesen sein.

In Bayern gab es früher als in Sachsen ein Stammesherzogtum. Nach der Lex Baiuvariorum, angeblich im 6. und 7. Jahrhundert durch merowingische Könige erlassen, hatten die Agilolfinger einen Erbanspruch auf die Herzogswürde. 788 wurde Tassilo III. als letzter Herzog dieser Sippe gestürzt. Zu dieser Zeit unterschied man ähnlich wie in Sachsen zwischen nobiles et liberi et servi. Die Angehörigen der Adelssippen Huosi, Trozza, Fagana, Hahilinga und Anniona wurden in der Lex Baiuvariorum ebenfalls besonders privilegiert; ihre Spur verliert sich aber im Frühmittelalter.

40px-Wikipedialogo.png
Wikipediaartikel:
„Deutscher_Adel“


Rangstufen und BegriffeBearbeiten

Beim deutschen Adel unterschied man zwischen Hochadel (Fürstenstand und Alter Grafenstand) und dem niederen Adel (Neuer Grafenstand, Freiherrenstand, Ritterstand und „Edler“). Diese Aufteilung hatte sich ursprünglich aus der mittelalterlichen Aufteilung in Edelfreie (nobiles) und abhängiger Dienstmannschaft (Ministerialen) entwickelt. Da einerseits Edelfreie in die Ministerialität eines Reichsfürsten eintraten und andererseits ursprünglich unfreie Ritter diesen Status im Spätmittelalter verloren, variierten die Rangstufen im Laufe der Jahrhunderte. Neue Adelbezeichnungen wurden geschaffen oder verschwanden. Bei den Grafen gab es eine umfangreiche Bandbreite vom Reichsfürsten bis zum bloßen Titulargrafen, so dass die meisten Grafen nicht zum Hochadel zählten. Im Genealogischen Handbuch des Adels wird zwischen „Fürstlichen Häusern“, „Gräflichen Häusern“, „Freiherrlichen Häusern“ und untituliertem oder einfachem Adel unterschieden. Zum Hochadel (dies ist ein sprachlicher, kein rechtlicher Begriff) gehörten die geistlichen und weltlichen Fürsten (Erzbischöfe, Bischöfe, Fürstäbte, Kurfürsten, Herzöge, Land-, Pfalz- und Markgrafen, erlauchte Grafen). Die nachstehenden Rangstufen (Adelstitel) traten teilweise nicht zeitgleich auf:

In Großbritannien und Frankreich gibt es mit Viscount bzw. Vicomte noch eine Rangstufe zwischen dem Freiherrn bzw. Baron und dem Grafen. In Deutschland kam der Vizegraf im Mittelalter nur als Funktionsbezeichnung vor, wenn ein Graf, insbesondere im Grafengericht, sich vertreten ließ.

Neben der rangmäßigen Einteilung gibt es weitere Begriffe zur Differenzierung: ...

40px-Wikipedialogo.png
Wikipediaartikel:
„Deutscher_Adel“

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki